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Grußwort

Liebe Freundinnen und Freunde des jungen Theaters,

wir freuen uns außerordentlich, dass es in diesem Jahr gelungen ist, einen Weg zu finden, die beliebte und hochklassige Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler präsentieren zu können. Dieses Theaterfestival zumindest digital erleben zu dürfen, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das reale Erlebnis mit allen Sinnen vor Ort im Theater ist sicher auch bald wieder möglich.

Lassen Sie uns gemeinsam eintauchen in das Beste, was das junge Theater in Deutschland zu bieten hat.

Auf inspirierende Stunden und hoffentlich sehr bald wieder auf persönliche Begegnungen im Theater.

Christine Klein
Bürgermeisterin Stadt Bensheim

Prof. Hans-Jürgen-Drescher
Präsident der Deutschen Akademie
der Darstellenden Künste

Matthias Haupt
Geschäftsführer Sparkassen-
Kulturstiftung Hessen-Thüringen

Manfred Vögtlin
Vorstand
Sparkasse Bensheim

 

 

Die 26. Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler findet vom 13.- 18.6.2021 statt!

Präsentieren wird sich die diesjährige WjS im digitalen Sonderformat.

Die 5 ausgewählten Inszenierungen werden mit jeweiligen Einführungen und Nachgesprächen sowie der Auftakt- und Abschlussveranstaltung per Stream auf www.wojuschau.de und www.darstellendekuenste.de zu sehen sein. Abrufbar sind die Aufzeichnungen jeweils 24 Stunden.

Die Inszenierungen werfen Schlaglichter auf Themen, die junge Menschen bewegen und von jungen Schauspieler*innen auf die Bühne gebracht werden. Es geht um Machtmissbrauch und Demagogie, biografische Selbstkonstruktion und Lüge, Heranwachsen und Identitätsfindung, familiäre Herkunft und Politik, Liebe und gesellschaftliche Konventionen.

Das Programm der WjS wurde zusammengestellt von einer Jury unter dem Vorsitz von Dagmar Borrmann (Dramaturgin und Hochschullehrerin), Antonia Leitgeb (stellv. Leiterin Studiengang Dramaturgie Theaterakademie August Everding), Carola Hannusch (Dramaturgin Theater Essen) und Moritz Peters (Dramaturg Schlosstheater Celle).

Veranstalter der Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler ist die Stadt Bensheim gemeinsam mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, unterstützt von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Sparkasse Bensheim und dem Land Hessen.

Die Inzidenzwerte lassen es derzeit zu, Public-Viewing im Parktheater mit den entsprechenden Abstands- und Hygienemaßnahmen durchzuführen. Auf einer großen Leinwand können die Theateraufführungen verfolgt werden. Ein bisschen Theaterluft kann also wieder geschnuppert werden. Interessierte können sich bei Stadtkultur Bensheim per E-Mail (parktheater(at)bensheim.de) unter Angabe ihrer Kontaktdaten und der gewünschten Kartenanzahl anmelden. Es erfolgt eine Rückbestätigung mit Angabe des Sitzplatzes. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze ist aufgrund der aktuellen Lage begrenzt. Es wird kein Eintritt erhoben.

 

Auftaktveranstaltung, Sonntag 13.06.202, ab 19:00 Uhr

Dagmar Borrmann, Carola Hannusch, Antonia Leitgeb und Moritz Peters stellen im Gespräch das Programm vor.

 

Tartuffe, Sonntag 13.06.2021, ab 20:00 Uhr

von Moliére, Fassung Wolfgang Wiens

Universität der Künste Berlin - Ensembleprojekt des 3. Jhrg. Schauspiel in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Kostümbild.

Das Haus Orgon hat seine ausübende Macht in die Hände von Tartuffe gelegt – nun herrscht das Regime des Verbots, der Gewalt, der Lüge unter der Maske der Moral. Keiner erkennt das blanke Eigeninteresse des Hausfreundes, einzig das Hausmädchen Dorine durchschaut Tartuffes Machenschaften und versucht, zum Widerstand aufzurufen. Molières Phantasmagorie von der Machtergreifung eines Horrorclowns scheint 300 Jahre später politisch realer denn je.

Mit: Vito Sack, Nina Bruns, Robert Knorr, Teresa Annina Korfmacher, Servan Durmaz, Maximilian Diehle, Sarah Schmidt, Hêvîn Tekin

Regie / Bühne: Hermann Schmidt-Rahmer

Kostüm: Viktoria Posavec

Foto: © Daniel Nartschick

Der Nazi und der Friseur, Montag 14.06.2021, ab 19:00 Uhr

nach dem Roman von Edgar Hilsenrath. Staatsschauspiel Dresden

Hochzeitstag von Friseur Itzig Finkelstein und seiner Frau Mira im neugegründeten Staat Israel unter Holocaustüberlebenden. Was niemand wissen darf: Iztig Finkelstein war nicht Gefangener im Konzentrationslager, er ist der SS-Mann und Massenmörder Max Schulz. Mit einem Beutel voller Goldzähne und einer gestohlenen jüdischen Identität reist er nach Palästina aus und macht sich im Kampf um den jüdischen Staat verdient. Eine groteske Geschichte, die vermag, mit Übertreibung und Zuspitzung den Unvorstellbarkeiten des Realen näher zu kommen, als es Realismus könnte.

Mit: Franziskus Claus, Daniel Séjourné

Regie: Monique Hamelmann

Bühne / Kostüm: Nadja Hensel

Licht: Olivia Walter

Dramaturgie: Janny Fuchs

Foto: © Sebastian Hoppe

www.hilsenrath.de

By arrangement with Literarische Agentur Mertin Inh. Nicole Witt e. K., Frankfurt a. M., Germany

Das Gesetz der Schwerkraft, Dienstag 15.06.2021, ab 19:00 Uhr

von Olivier Sylvestre. Staatstheater Kassel

Der Pfad zum Erwachsenwerden ist alles andere als gerade. Vor allem wenn man, wie Fred, ständig umzieht. Zum Glück trifft er Dom, der genau wie Fred vierzehn und trotzdem ganz anders ist. Dom verkleidet sich als Pop-Sängerin mit Schnurrbart, wäre auch gerne ein Kaktus oder eine Möwe. Auch Fred fühlt sich unwohl in seiner Haut. Als wäre es als Heranwachsender nicht schon schwer genug, müssen sich beide mit Kommentaren auf ihren Profil-Seiten und im echten Leben herumschlagen. Wenn man wenigstens mit dem eigenen Spiegelbild nicht auf Kriegsfuß stehen würde … einfühlsam wird von den Unwägbarkeiten einer Welt erzählt, die zwischen männlich und weiblich nicht viel kennt.

Mit: Marius Bistritzky, Tim Czerwonatis

Regie: Martina van Boxen

Bühne / Kostüm: Sibylle Pfeiffer

Komposition: Manuel Loos

Animationen: Katrin Nicklas

Dramaturgie: Julia Hagen

Foto: © Marina Sturm

Wer hat meinen Vater umgebracht, Donnerstag 17.06.2021, ab 19:00 Uhr

nach dem Roman von Édouard Louis, Theater Münster

Édouard Louis erzählt vom Heranwachsen in der französischen Provinz, gefangen in brutalen Verhältnissen, seiner Homosexualität und dem Wunsch, das enge Milieu zu verlassen – was schließlich zum Bruch mit der Familie führt. Nun versucht er das Verhältnis zum Vater aufzuarbeiten. Dessen Gesundheitszustand ist erschreckend desolat ebenso wie das politische System Frankreichs, was er zum Anlass nimmt zu schlussfolgern, dass die regierenden Eliten der letzten Jahrzehnte seinem Vater mit ihrer neoliberalen Politik und dem damit einhergehenden Sozialabbau das Rückgrat gebrochen hätten. Louis’ Abrechnung mit den Präsidenten und die gleichzeitige Aussöhnung mit seiner Familie ist eine provozierende Attacke gegen das politische System und ein aufwühlendes Vater-Sohn Drama.

Mit: Joachim Foerster

Regie: Michael Letmathe

Musik: Fabian Kuss

Video: Daniel Ortega Macke

Dramaturgie: Sabrina Troyen

Foto: © Oliver Berg

© 2018 Édouard Louis, all rights reserved; S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a. M.

Werther, Freitag 18.06.2021, ab 19:00 Uhr

Nach J. W. von Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ (1774)

Fassung von Brit Bartkowiak und Boris C. Motzki

Staatstheater Mainz

Werther verliebt sich in Lotte. Doch Lotte ist mit Albert verlobt, der angenehm, aber langweilig ist. Werther will sich nicht in die Beziehung einmischen, zumal er glaubt, Lotte ohnehin mit seinen heftigen Gefühlen überfordert zu haben. Er zieht sich zurück, kehrt aber wieder zurück und hofft auf einen Neuanfang mit Lotte – doch sie ist inzwischen mit Albert verheiratet. Leidenschaftlich verliebt, drängt sich Werther erneut in Lottes Leben. Er kann die Ehe nicht akzeptieren, an der Lotte festhält – eine ebenso spannungsgeladene wie ausweglose Situation.

Mit: Julian von Hansemann, Lisa Eder, Denis Larisch

Regie: Brit Bartkowiak

Bühne: Hella Prokoph

Kostüm: Carolin Schogs

Musik: Ingo Schröder

Video: Kai Wido Meyer

Licht: Stefan Bauer

Dramaturgie: Boris C. Motzki

Foto: © Andreas Etter

Tartuffe
Der Nazi und der Friseur
Gesetz der Schwerkraft
Wer hat meinen Vater umgebracht